Die Inhaltsstoffe von Wasser

Wasser kommt in der Natur nur nach seinem Verdunsten als reines H2O vor. Zurück auf der Erdoberfläche nimmt es zahllose Schadstoffe und Mikroorganismen auf, bevor es versickert.

Rund 60% des deutschen Trinkwassers sind Grundwasser, 22% Oberflächenwasser und 8% Quellwasser. Mit welchen Mineralstoffen und Spurenelementen sich Wasser in der Natur angereichert und wie gut es gefiltert wird, hängt von der Beschaffenheit des Bodens ab, den es durchfließt.

In Karstquellen etwa kann Wasser schon wenige Stunden nach einem Regenfall wieder an die Oberfläche treten, hat sich bei seinem Lauf durch den unterirdischen Kalkstein aber bereits mit „Härtebildnern“ wie Calcium, Magnesium oder Schwefel angereichert. Bei anderem geologischen Vorraussetzungen kann es Jahrtausende dauern, bis es wieder an die Oberfläche tritt. So hat jedes Wasser seine eigene Geschichte, führt andere Mineralstoffe, Mikroorganismen und Schadstoffe mit sich, hat unterschiedliche physikalische und chemische Eigenschaften.

Viele der natürlichen Inhaltsstoffe, die das Wasser aus dem Gestein und Sediment löst, werden für Zellaufbau und Stoffwechsel benötigt. Andererseits nimmt auch die Zahl unerwünschter Stoffe in unseren Quellen und Brunnen immer mehr zu. Wenn Wasser nicht die gewünschte Qualität hat wird es vom Trinkwasserversorger mit verschiedenen Methoden aufbereitet, bevor es in die Verteilnetze gespeist wird.

Angekommen in den Hausinstallationen reichert es sich mit weiteren Schadstoffen an, insbesondere mit Schwermetallen. Keime, die in kleinsten Mengen eingetragen werden, finden in Hauswasserinstallationen oft so günstige Bedingungen, dass sie "zum Leben erwachen" und sich explosionsartig vermehren. Das bekannteste Beispiel sind Legionellen.

Bei den Stoffen, mit denen sich Wasser in Installationen anreichert, ist in solche zu unterscheiden, die durch natürliche Alterungsprozesse freigesetzt werden und solche, die durch besondere Schadensprozesse an der Anlagentechnik entstehen. So kann die Analyse von Wasserinhaltsstoffen helfen, um verdeckte Schäden frühzeitig zu erkennen.

Nur ein Teil der chemischen und mikrobiologischen Bestandteile von Wasser ist in der Trinkwasserverordnung aufgeführt und mit Obergrenzen versehen. Unzählige Stoffe sind nicht erfasst, weil sie sehr selten sind, als Abfallprodukte neu entwickelter Werkstoffe erst nach und nach ins Grundwasser gelangen, man über ihre Schädlichkeit (noch) keine gesicherten Erkenntnisse hat oder weil sie für „unvermeidbar“ gehalten werden. Dass dabei auch Interessenslagen eine wesentliche Rolle spielen, veranschaulicht beispielhaft die anhaltende Diskussion um die Verwendung von Düngemittel und Pestiziden in der Landwirtschaft.

Angesichts solcher Interessenskonflikte und der rasch steigenden Zahl von Materialien, welche die moderne Verfahrenstechnik entwickelt, hinkt die Trinkwasserverordnung mit ihren Parametern der Realität oft hinterher. Dennoch gehört Wasser in Europa zu den bestüberwachten Lebensmitteln.

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