Probennahme

Für mikrobiologische Untersuchungen wie beispielsweise Legionellenprüfungen sind die Techniken der Probenahme in der DIN EN ISO 19458 und im DVGW-Arbeitsblatt W 551 definiert.

Danach werden verschiedene Untersuchungsziele unterschieden:

  • Mit Zweck a) wird das Wasser in der Hauptleitung beurteilt – daher muss das Wasser vor dem Befüllen des Probenahmegefäßes lange ablaufen.
  • Mit Zweck b) wird geprüft, ob grundsätzlich an den Entnahmearmaturen Trinkwasser abgegeben wird. Da außen am Perlator häufig Bakterien haften, wird er zur Probenahme entfernt und der Auslassbereich der Armatur desinfiziert. Die Ablaufmenge vor Befüllen des Probenahmegefäßes ist gering.
  • Bei Zweck c) wird das Wasser so entnommen, wie es aus der Armatur kommt: mit Perlator, ohne Desinfektion und ohne Wasser ablaufen zu lassen.

Am Boileraustritt, der Zirkulationsleitung und dem Kaltwasserzulauf der Heizanlage sind Probenahmehähne anzubringen, um eine regelkonforme Beprobung zu ermöglichen.

Die Vorgaben zur Probenahme von Schwermetallen sind in der Empfehlung des Umweltbundesamtes zur Beurteilung der Trinkwasserqualität in den Parametern Blei, Kupfer und Nickel vom 18.12.2018 niedergelegt. Hier wird unterschieden:

  • Die Zufallsstichprobe, auch „Z-Probe“. Sie wird ohne vorheriges Ablaufen des Trinkwassers untersucht.
  • Bei der genaueren, aber auch aufwändigeren gestaffelten Stagnationsprobe wird das Wasser zunächst bis zur Temperaturkonstanz abgelassen und dann aus dem fließenden Strahl entnommen (die „S0-Probe“ gibt die Qualität des Versorgungswasser wieder). Nach einer Stagnationszeit von 4 oder 2 Stunden werden ohne Ablaufen direkt nacheinander 2 weitere Proben entnommen (die S1-Probe misst Schwermetallanreicherungen aus der Entnahmearmatur, die S2-Probe erfasst den Einfluss des Netzes).

Pflichtuntersuchungen sind nach diesen „anerkannten Regeln der Technik“ durchzuführen. Sie haben nur Gültigkeit, wenn die Probenahmen und Analytik durch ein akkreditiertes Labor erfolgt. Abhängig vom Untersuchungsauftrag bzw. Verwendungszweck variiert auch die Häufigkeit der Probenahme.

Bei freiwilligen „Eigenkontrollen“ oder Probenahmen mit dem Zweck, Schäden in der Anlagentechnik aufzudecken, kann hingegen nach eigenem Gutdünken verfahren werden und es besteht keine generelle Meldepflicht bei Grenzwertverletzungen.

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