Schäden an Trinkwassernetzen

Da Trinkwassernetze hygienisch einwandfreies Wasser abgeben müssen, sind sie besonders geeignet um darzustellen, in welch engem Zusammenhang verschiedene Schadensformen und Problemlagen an Wasserinstallationen stehen.

Schäden können prinzipiell an allen Materialien auftreten. Exemplarisch werden hier aber solche an verzinktem Stahlrohr dargestellt, die bis in die 1990er Jahre verbaut wurden und heute wegen ihrer Undichtigkeiten, Inkrustierungen und anhaltenden Kontaminationen die häufigste Ursache sind, weshalb Vollsanierungen notwendig werden. Sobald nach etwa 20 bis 30 Jahren die schützende Zinkanode der Rohre verbraucht ist, schreitet die Korrosion nämlich immer schneller voran.

Zunächst zeigt sich häufig Flugrost, der das Wasser braun färbt. Da dem Stahl verschiedene Schwermetalle beigefügt sind, um ihn besser bearbeiten zu können, sind schon frühe Formen der Korrosionen häufig mit Schwermetallanreicherungen des Wassers insbesondere mit Blei verbunden. Deshalb sollten bereits in dieser Phase Maßnahmen zur Korrosionsminderung ergriffen werden.

Kupfer reduziert bei der Oxidation sein Volumen und bildet so eine schützende Patina. Stahl vergrößert sein Volumen hingegen und wirft dabei die typischen „Rostknollen“ auf. In diese lagern sich - je nach Beschaffenheit des Wassers - mehr oder weniger Härtebildner ein, weshalb sie eher brüchig oder hart sein können. Unter den Rostknollen schreitet die Korrosion voran und es entstehen flächige oder punktuelle Tiefenangriffe, Gewinde und Scheißnähte werden geschädigt, mit der Folge, zunehmender Wasseraustritte. Treten diese hinter Mauerwerk auf, so durchfeuchten sie Mauern und Rohrdämmungen. Die so verursachte Außenkorrosion kann auch parallel geführte Heizwasserrohre betreffen.

Zunehmende Wasserschäden sind an Trinkwassernetzen aus verzinktem Stahlrohr die häufigste Ursache, weshalb sie erneuert werden müssen, gefolgt von Querschnittsverengungen durch Rostknollen. Bei korrosionsfreien Netzen ist Kalksteinbildung die gravierendste Schadensursache. Auch sie kann wegen mangelhaftem Wasserdruck, schwankenden Mischtemperaturen und schließlich Rohrinfarkten eine Vollsanierung notwendig machen.

Inkrustierungen durch Rost und Kalk beeinträchtigt das Strömungsverhalten des Wassers und damit die Hydraulik. Einzelne Stränge des Warmwassernetzen werden besser zirkuliert als andere, die Temperaturen an den Entnahmestellen werden immer unterschiedlicher und man benötigt immer höhere Ablaufmengen, bis die Maximaltemperatur erreicht wird. Schließlich findet in Teilen der Zirkulation gar keine Wasserbewegung mehr statt und diese „Totleitungen“ streuen kontinuierlich Keime ins Wasser. Sind die Rohre von Rostknollen besetzt, so begünstigen diese optimalen Siedlungsräume für biofilminduzierte Verkeimungen noch weiter. Ein hygienischer Betrieb ist nicht mehr herzustellen.

Wegen der Bildung von Rostknollen bergen also vor allem weitläufige Netze aus verzinktem Stahlrohr ein hohes Risiko für Legionellenbildung. Kann eine intakte Warmwasserhydraulik nicht mehr hergestellt werden, so sind anhaltend hohe Kontaminationen ein weiterer Grund, weshalb Kernsanierungen notwendig werden.

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