Schadensursachen

An wasserführenden Installationen gibt es vielfältigste Schadensursachen, die zu ebenso zahlreichen Schadensbildern führen. Die Unterscheidung, ob es sich um einen normalen "Alterungsprozess" handelt, oder ob – häufig verdeckt – besondere Schadensursachen vorliegen, ist oft schwierig, da die Symptome ähnlich sind.

In Immobilien wie auch bei industrieller Anlagentechnik sind Probleme mit den wasserführenden Installationen zu über 90% durch Korrosion, Materialabtrag, Inkrustieren, Verkeimung, Material- und Verarbeitungsmängel, problematische Materialmischungen sowie unzureichenden Wasserdurchsatz verursacht. Während Techniker in Industriebetrieben auffällige Entwicklungen zumeist früh registrieren und verfolgen, wird in Wohn- und Gewerbeimmobilien erst gehandelt, wenn sich Schäden häufen oder keine ausreichende Versorgung mehr gewährleistet ist.

Dabei gilt für alle wasserführende Anlagentechnik gleichermaßen: je frühzeitiger gehandelt wird, umso effektiver lassen sich Schadensverläufe verlangsamen – vorausgesetzt, die Ursachen werden richtig erkannt und mit geeigneten Maßnahmen behoben.

Korrosion ist trotz des vermehrten Einsatzes von Edelstählen und Kunststoff nach wie vor die häufigste Schadensursache. Sie kann zurückzuführen sein auf die Eigenschaften bzw. Inhaltsstoffe des Wassers, Materialmängel, unsachgerechte Materialmischungen, Fehler in der Bauphase und bei der Inbetriebnahme oder unsachgerechte Nutzung.

Wenig bekannt ist die durch Mikroorganismen verursacht "Biokorrosion" (auch "MIC" für mikrobiell induzierte Korrosion). Sie kann neben metallischen Anlagenteilen auch Dichtmaterialien, Membranen usw. schädigen und wird von Fachleuten für mindestens 20% der Schäden an Trinkwassernetzen verantwortlich gemacht. Der Nachweis ist schwierig und erfolgt deshalb vorwiegend bei Prozesswasser. Indizien für "MIC" sind punktuelle Angriffe, auffallend schnelle und heftige Schadensverläufe, Schäden unter Sauerstoffausschluss und Schäden an "korrosionsbeständigen" Materialien wie V4A Edelstahl, Kunststoffen oder Glas.

Ähnlich unbekannt wie „MIC“ sind überhöhte Potentialflüsse auf Metallen als Ursache von Korrosion. Sie können nicht nur wasserführende Netze, sondern auch die Armierungen von Stahlbeton und andere metallisch leitende Bauteile stark schädigen.

Materialabtrag tritt vor allem an weichen Materialien wie Kupfer oder bestimmten Kunststoffen auf. Die Stärke der sog. "Erosionskorrosion" steht u.a. im Verhältnis zum Wasserdruck und der Stärke der Wirbelbildung des Wassers. Deshalb tritt diese Korrosionsform häufig nach Winkeln und Bögen von Rohrsystemen auf, wo besonders starke Verwirbelungen auftreten. Erosionskorrosion ist häufig mit einfachsten Mitteln zu beheben - vorausgesetzt sie wird als Schadensursache erkannt.

Die Schäden, die durch Mängel in der Bauphase und bei der Inbetriebnahme entstehen können, sind zahlreich. In vorderster Reihe stehen eine unzureichende Netzspülungen und unzureichende Wasserbewegung zwischen dem Befüllen und der regulären Nutzung. Stagnierendes Wasser nach dem Befüllen ist vor allem an Netzen aus Kupfer eine der häufigsten Schadensursachen, da sich bei Sauerstoffmangel keine schützende Patina bildet.

In diesem Zusammenhang sind auch Materialmängel zu nennen. Sie traten in der Vergangenheit vor allem bei verzinkten Stahlrohren und Abwasserleitungen aus Gusseisen auf, können aber auch andere Materialien betreffen. Nicht selten bergen auch neu entwickelte Werkstoffe Risiken, selbst wenn sie zugelassen sind. Deshalb sollte vorzugsweise auf bereits bewährte Materialien und Legierungen zurückzugegriffen werden.

Im laufenden Betrieb ist die zu geringe Durchströmung von Rohren und Installationen eine der wesentlichsten Schadensursachen. Sie wird begünstig durch Maßnahmen zur Reduzierung des Wasserverbrauchs wie etwa Feinperlatoren. Folge ist das sog. „laminare Strömen“, bei dem sich Wasser überwiegend rohrmittig, an den Wandungen aber kaum, bewegt. Es begünstigt Inkrustierungen, Verkeimung und bestimmte Formen der Korrosion.

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