Objekterdung und Potentialausgleiche

Während Kenntnisse über den Zusammenhang von Potentialflüssen und Korrosion im Maschinenbau, bei Betreibern von Pipelines und bei Versorgungsbetrieben weit verbreitet sind, werden sie im Zusammenhang mit Schäden insbesondere an FE-Metallen in Gebäuden nur selten erwähnt. Korrosionsschäden an Wasserleitungen werden zumeist unreflektiert auf "die Zusammensetzung des Wassers" geschoben, Korrosionen an Armierungen von Stahlbeton, die ebenfalls durch Reststromableitung begünstigt werden, als "normaler Alterungsprozess" angesehen.

Es gibt zwar Regelwerke, wie Erdung und Potentialausgleiche in Gebäude installiert sein sollten, um vagabundieren Strom bei allen unterschiedlichen elektrischen Systemen möglichst niedrig zu halten. Tatsächlich ist diese Erdungsfunktion häufig aber erheblich eingeschränkt, etwa wenn Gebäude noch über ihre Hauseingangsleitung geerdet sind, der Versorger die alten Gussleitungen mittlerweile aber durch nichtleitendes Kunststoffrohr ersetzt hat, wenn die Anschlussfahnen zum Fundamenterder durchkorrodiert sind, wenn Potentialausgleiche entweder gar nicht vorhanden oder ihre Kontaktflächen oxidiert sind.

Bei wechselstrombedingter Korrosion wird von Fachleuten auch empfohlen, bereits im Hausanschlusskasten den Neutralleiter N vom PEN-Leiter zu trennen, wenn diese nicht schon normenkonform getrennt ankommen. Bei Neuinstallationen empfiehlt sich von vornherein das TN-S-System ab der Übergabe.

Wissenschaftliche Untersuchungen über die Zusammenhänge von Potentialflüssen und Korrosion konnten noch keine abschließenden Ergebnisse erbringen. Es werden aber geänderte Kristallgitterstrukturen von FE-Materialien als einer der Auslöser von potentialflussbedingter Korrosion angenommen. Wie häufig bei Korrosion und Steinbildung an Wassernetzen sind es also vorrangig Erfahrungswerte, die den richtigen Weg in der Instandhaltung weisen.

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